Mit Gott groß werden

Mit unserer religionspädagogischen Arbeit möchten wir den Kindern in der christlichen Gemeinschaft (erste) religiöse Erfahrungen ermöglichen und sie auf dem Weg zu Gott ein Stück begleiten. Jedes Kind, ganz gleich welcher Herkunft, Religion, Sprache oder Hautfarbe, ist einzigartig und in seiner Einzigartigkeit von Gott angenommen. Diese Erfahrung des Angenommenseins schafft Vertrauen, das die Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung stärkt und ihnen hilft, ihren Platz in unserer Gemeinschaft zu finden.
Die Religionspädagogik verstehen wir in unserer Kita nicht als ein zusätzliches Bildungsangebot für die Kinder. Unsere religiöse Überzeugung bildet sich an unserem Handeln und Reden ab und zeigt sich daher im täglichen Miteinander, im Gebet vor dem Essen, in manchen Liedern und im Umgang miteinander.

Andachten
Regelmäßig alle 14 Tage feiern wir mit unserer Pastorin Imke Sander kleine Andachten in den Elementargruppen. Diese Andachten, die nicht länger als 20-30 Minuten dauern, bereitet immer eine Erzieherin unseres Teams mit unserer Pastorin gemeinsam vor. In diese gemeinsame Planung bringen die Erzieherinnen die Fragen und Themen, die die Kinder aktuell beschäftigen, ein. Bei der Auswahl der Bibelgeschichten orientieren wir uns dann an diesen Themen. Bei der Gestaltung der Andachten orientieren wir uns aber auch an den Festen des Kirchenjahres (wie Ostern, Weihnachten und Erntedank).
In den ersten Andachten des neuen Kindergartenjahres steht das gegenseitige Kennenlernen der Pastorin und der neuen Kinder im Vordergrund. In diesen Andachten besucht sie die Gruppen und überreicht jedem neuen Kind seine Kinderbibel. Diese Bibeln werden mit dem Namen des Kindes und seinem Zeichen versehen und haben einen festen Platz im Gruppenraum. Die Bibeln stehen offen im Regal, sodass sich die Kinder jederzeit ihre Bibeln ansehen können. Der Ablauf der Andachten erfolgt immer nach einem bestimmten Ritual. Wir feiern die Andachten in den Gruppen, sodass jedes Kind zu Wort kommen kann und wir auf die Fragen der Kinder individuell eingehen können. Die Andachtskerze wird von den Kindern in die gestaltete Mitte gesetzt und zu Beginn jeder Andacht angezündet. Unsere Pastorin gibt am Anfang der Andacht einen kleinen Bronzeengel herum, dem jedes Kind die Dinge, die es bewegen, im Stillen anvertrauen kann. Es folgt ein inhaltlicher Teil (z.B. eine biblische Geschichte) zum Thema und wir singen mit den Kindern zum Thema passende Lieder. Den Abschluss bildet immer unser gemeinsames Gebet, das "Vater Unser" mit Bewegungen und dann folgt der Segen.

Höhepunkte im Kitajahr
Wir feiern mit unseren Kindern und Eltern zwei kleine und zwei große Feste im Jahr. Erntedank und Ostern begehen wir üblicherweise am Vormittag und laden dazu die Eltern ein, die Zeit und Lust haben mit uns zu feiern.
Der Weihnachtsgottesdienst ist eines der beiden größeren Feste in unserem Haus. Zu diesem Gottesdienst werden nicht nur die Eltern, sondern auch Geschwisterkinder, Großeltern und andere Verwandte eingeladen. Er findet erst am Nachmittag statt, damit auch die berufstätigen Eltern mitfeiern können und setzt inhaltlich die Reihe der Adventsandachten fort, die wir in dieser Jahreszeit wöchentlich feiern. An ihn schließt sich dann ein gemütliches Beisammensein in den Gruppen an.
Zum Abschiedsgottesdienst, vor dem Beginn der Sommerferien, sind auch alle Eltern herzlich eingeladen. In diesem Gottesdienst werden die Kinder mit Gottes Segen von unserer Pastorin verabschiedet. Die Kinder erhalten als Abschiedsgeschenk und zur Erinnerung an ihre Kindergartenzeit ihre Bibeln, die sie nun mit nach Hause nehmen dürfen. Der Abschiedsgottesdienst findet in Verbindung mit unserem Sommerfest statt.

Interreligiöse Öffnung
Unter dem Dach unseres Kindergartens treffen sich verschiedene Religionen, Kulturen und Sprachen. Viele Familien gehören einer anderen als der christlichen Glaubensrichtung an. Wir sehen es als einen großen Vertrauensvorschuss dieser Familien an, dass auch sie ihre Kinder zu uns bringen. Wir begegnen diesen verschiedenen Glaubensrichtungen mit Respekt und Neugier und lernen auch andere Glaubensrichtungen kennen und versuchen sie zu verstehen. Wir stellen die Frage nach den Unterschieden der Religionen und sind auf der Suche nach Gemeinsamkeiten. Erntedank ist ein Fest, das in vielen Religionen gefeiert wird und auch bei uns im kirchlichen Jahreskreis seinen festen Platz hat. Es ist also ein Fest, dass verschiedene Religionen miteinander verbindet. Wir feiern dieses Fest jedes Jahr mit unseren Kindern und laden die Eltern dazu ein. Immer wieder beteiligen sich auch Eltern an den Vorbereitungen für dieses Fest, indem sie beispielsweise Brot für unsere Feier backen.
Schon im Aufnahmegespräch wird den Eltern unser religionspädagogisches Konzept vorgestellt. Die Eltern, insbesondere die Eltern unserer neuen Kinder, werden herzlich eingeladen, an den Andachten teilzunehmen.
Wir beschäftigen bei uns einzelne muslimische Erzieherinnen. In einer evangelischen Kita ist dies eher ungewöhnlich, macht aber aufgrund des multikulturellen und –religiösen Hintergrundes unserer Kinder Sinn. Diese Kolleginnen tragen viel zum gegenseitigen Verständnis der Religionen bei. Sie können in Elterngesprächen sehr sensibel, manchmal auch in ihrer Muttersprache, Fragen der Eltern beantworten.
Ein Projekt zum Thema „Beten in anderen Religionen“ ist zum festen Bestandteil unserer Religionspädagogik geworden. Einmal im Jahr setzen wir uns in den Andachten intensiv mit der Frage auseinander, wie in anderen Religionen gebetet wird. Das Falten der Hände zum Gebet beispielsweise ist nicht in allen Religionen üblich.
Zu diesen Andachten laden wir häufig Eltern ein, die uns dann zeigen, wie sie beten. Wir besuchen auch Moscheen und andere Gotteshäuser in Hamburg.
Vor dem Essen laden wir die Kinder, und in unseren Gottesdiensten auch ihre Eltern, zum Gebet ein. Das Gebet hat hier eine doppelte Funktion: Zum einen wollen wir gemeinsam Gott für die Nahrung danken und zum anderen hat es einen meditativen Charakter.
Die Kinder können selbst entscheiden ob sie mit uns beten und auch in welcher Form sie dieses tun. Das Gebet findet immer in derselben Weise, mit unterschiedlichen Texten, statt.

Gott in der Krippe
Auch unsere Krippenkinder werden regelmäßig von Pastorin Sander besucht. Sie feiert hier mit den Kindern „Mini-Andachten“ mit immer gleichem Rahmen und kurzen biblischen Geschichten. Gleichzeitig wird die religionspädagogische Arbeit aber in stärkerem Maße als im Elementarbereich auch von den Erzieherinnen übernommen, die durch ihren täglichen Umgang mit den Kindern leichter als die Pastorin ein inniges, vertrauensvolles Verhältnis zu ihnen aufbauen können. Wichtigster Inhalt, den die Kinder spüren und erfahren sollen, ist die Botschaft: Gott ist für dich da! Er liebt dich so, wie du bist! Diese religiöse Grunderfahrung ist da möglich, wo Kinder von Erwachsenen bedingungslos angenommen und wertgeschätzt werden. Unsere Aufgabe sehen wir darin, diese Erfahrung auf Gott hin zu öffnen. Wir vermitteln diese Botschaft in erster Linie durch die Weise, in der wir mit Kindern umgehen, nicht nur in den Andachten. Dies kann auf vielfältige Weise, z.B. über Fingerspiele, Schoßreiter und kurze Lieder spürbar werden. Für die größeren Krippenkinder ab etwa 2 Jahren wird die Botschaft dann auch inhaltlich entfaltet. In Umwelt und Alltag der Kinder kann man staunend Gottes Liebe und Fürsorge erkennen. Die Feste im Kirchenjahr zeigen, wie Menschen miteinander Gott feiern. Bei den biblischen Erzählungen, die die Pastorin in enger Abstimmung mit den Erzieherinnen auswählt, steht Gottes Zuwendung zu den Menschen im Vordergrund. So werden die Kinder auf ihrem jeweiligen Entwicklungsstand abgeholt und ihnen ein vorwiegend emotionaler Zugang zu religiösen Erfahrungen ermöglicht.

Google Karte Bus & Bahn (HVV)
Ev. Kita Johanneskirche
Leitung Patrick Laas
Dallbregen 9
22523 Hamburg
Tel. 040 / 578194
Fax 040 / 57008029
johannes-dallbregen@kitawerk-hhsh.de

Öffnungszeiten:

Mo-Fr: 07:00 - 16:00 Uhr